6.000 Mönchsmärtyrer der Dawid-Garedscha-Lavra

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Gedächtnis: Dienstag der Lichten Woche

Im Jahre 1616 führte der persische Schah Abbas I. sein gewaltiges Heer zu einem Angriff auf Georgien. Nachdem er seinen Durst nach dem Blut der Christen gestillt hatte, veranstaltete er eine Jagd im Tal von Gare-(Äußeres) Kachetien. Er schlug mit seinem Gefolge sein Lager in den Bergen von Gareji auf und verbrachte dort die Nacht. Um Mitternacht wurde die Aufmerksamkeit des Schahs auf eine feurige Lichtsäule gelenkt, die den Berg hinaufzog. Zunächst hielt er sie für eine Erscheinung. Bald wurde ihm jedoch mitgeteilt, dass sich an jenem Ort ein berühmtes Kloster befinde und dass in dieser Nacht die Mönche zur Feier der heiligen Auferstehung Christi mit brennenden Kerzen dreimal um ihre Kirche zögen. Sogleich befahl der Schah seinem Heer, zum Kloster zu marschieren und alle, die man beim Feiern antreffe, zu vernichten.

In derselben Nacht erschien dem Abt Arsenius von David-Gareji ein Engel des Herrn und sagte zu ihm: „Unser Herr Jesus Christus ruft die Brüder in Sein himmlisches Reich. In dieser Nacht erwartet euch großes Leiden — ihr werdet durch das Schwert getötet werden. Wer sein irdisches Leben verlängern möchte, der fliehe; wer aber danach dürstet, seine Seele für die Ewigkeit zu reinigen, der komme durch das Schwert um, und der Herrgott wird ihn mit der Krone der Unsterblichkeit schmücken. Sage dies allen, die im Kloster wohnen, und ein jeder soll für sich selbst wählen!“

Der Abt unterrichtete die Mönche von seiner Vision, und sie begannen, sich auf ihre bevorstehenden Leiden vorzubereiten. Nur zwei junge Mönche fürchteten den Tod und flohen auf einen Berg unweit des Klosters. Beim Singen des Gebetes des Herrn gegen Ende der Paschaliturgie war das Kloster bereits völlig von persischen Kriegern umzingelt. Abt Arsenius trat aus der Kirche und näherte sich ihrem Anführer, um darum zu bitten, dass man den Mönchen noch ein wenig Zeit gewähre, den Gottesdienst zu beenden und dass alle Brüder die heilige Kommunion empfangen könnten. Die Perser berieten sich untereinander und willigten ein, diese Bitte zu ehren. Die Väter empfingen die heiligen Gaben, ermutigten einander und traten, in festliche Gewänder gekleidet, vor die Ungläubigen. Zuerst enthaupteten die Perser den Abt Arsenius; dann metzelten sie seine Brüder in Christus erbarmungslos nieder. Nachdem die Perser die Mönche getötet hatten, wurden sie in mehrere Regimenter eingeteilt und zogen weiter zu den anderen Klöstern der Gareji-Wildnis. Auf halbem Wege zwischen den Klöstern Chichkhituri und des heiligen Johannes des Täufers nahmen die Muslime die beiden jungen Mönche gefangen, die zuvor geflohen waren, und verlangten von ihnen, zum Islam überzutreten. Die Mönche weigerten sich, den christlichen Glauben aufzugeben, und deshalb wurden sie getötet.

An dem Ort, an dem sie getötet wurden, wuchs ein Rosenstrauch empor, der trotz des trockenen und felsigen Bodens bis ins 19. Jahrhundert hinein duftend blühte. Am Ende des 17. Jahrhunderts sammelte König Archil die Gebeine der Märtyrer mit großer Ehrfurcht und bestattete sie in einem großen steinernen Reliquienschrein links vom Altar in der Verklärungskirche des Klosters David-Gareji. Ihre heiligen Reliquien strömen bis auf den heutigen Tag Myrrhe aus.

Die Brüder der Klöster des heiligen David von Gareji und des heiligen Johannes des Täufers erhielten von Katholikos Antonios I. den Segen, einen Gedächtnisgottesdienst für die Märtyrer zu verfassen und ihren Festtag auf den Lichten Dienstag festzusetzen.

Quelle: OCA, „6,000 Martyrs of Saint David Gareji Monastery, Georgia“

Gebete

Troparion (6. Ton)

Als wahre Zeugen der Auferstehung Christi seid ihr erschienen, ruhmreiche ehrwürdige Märtyrer, ihr Väter der David Gareja Lavra. Darum habt ihr den Tod nicht gefürchtet, sondern eure Nacken unter das Schwert der Gottlosen gebeugt, o ihr Leidensdulder, sechstausend an Zahl. Bittet nun, dass auch wir, die wir euch gläubig verehren, des ewigen Pascha teilhaftig werden.

Kondakion (6. Ton)

Heute wollen wir, Gläubige, einen doppelten Festtag begehen und zur Freude noch größere Freude hinzufügen, und zur besungenen Auferstehung Christi das Gedächtnis der ehrwürdigen Leidensdulder hinzutun, indem wir zu ihnen rufen: Freuet euch, ihr ruhmreichen Märtyrer, freuet euch, die ihr durch den Tod vom Tod zum Leben hinübergegangen seid, freuet euch, denn durch eure Gebete lasst ihr auch unsere Seelen mitauferstehen.